Energiepolitik

Energiepolitik ist auch auf Ebene der Kommunen ein zentrales Politikfeld der Gegenwart. Eine dezentrale, auf regionale Energiequellen abgestimmte Energieversorgung wird es ohne die aktive Beteiligung sehr schwer haben. Deshalb müssen sich die Kommunen dieser Herausforderung stellen.


Kommunen können auf allen Gebieten der Energiepolitik (Energieeinsparung, Energieeffizienz, und erneuerbare Energien) Vorreiter werden und ihre BürgerInnen auf dem Weg zur Energiewende mitnehmen.


Mit dem Rückkauf des Stromnetzes und der Gründung einer eigenen Netzgesellschaft gemeinsam mit der SüWAG haben wir einen Schritt in diese Richtung getan.


Mit der von der Stadt initiierten Gründung der Leimener Bürgerenergiegenossenschaft einen Zweiten.

 

Beides wurde von den Grünen voran getrieben. Schöne Erfolge einer langen, oftmals zähen Arbeit gegen viele Widerstände und doch erst ein Anfang auf einem noch langen Weg.

Energiewende in Leimen, mitmachen lohnt sich

Von der GALL schon im letzten OB-Wahlkampf 2008 und im Kommunalwahlkampf 2009 ins Spiel gebracht, wird wohl noch in diesem Jahr die erste Bürgersolaranlage errichtet werden. Denn auch wenn die Mühlen der Bürokratie manchmal auch langsam mahlen, so kann sich diesmal sehen lassen, was dabei heraus kam. Nicht nur eine einzelne Bürgersolaranlage, sondern das Konzept einer Bürgerenergiegenossenschaft.

 

In Zeiten des neoliberalen Irrglaubens, als vielen der Shareholder-Value als oberste Leitlinie galt, schienen Genossenschaften Auslaufmodelle zu sein. Zu angestaubt schien das Konzept und hatte nicht die Idee, dass jeder – egal, wieviel er investiert – nur eine Stimme hat, nicht gar etwas verdächtig sozialistisches?

 

Heute sieht die Situation ganz anders aus. Die Genossenschaftsidee hat die neoliberale Welle überstanden, die sich mittlerweile selbst tot läuft, und allenthalben schießen neue Genossenschaften aus dem Boden. Vor allem Energiegenossenschaften liegen derzeit voll im Trend, Kommunen und Kreise sind häufig die Initiatoren.

Das schöne an der Leimener Genossenschaft ist der niedrige Einstiegspreis von 500.-€ für einen Anteil, so dass viele, die sich eine eigene komplette Anlage nicht leisten können, hier mit einsteigen können. Eine breite Verankerung in der Bevölkerung ist damit möglich. Ca. 150 000.-€ für die erste Fotovoltaikanlage auf dem frisch sanierten Teil der Geschwister Scholl Schule sollen damit eingesammelt werden. Dies reicht für eine Anlage mit 85 kWp, die über 20 Jahre ca. 1 Mio. kg CO2 einsparen hilft.

 

Und dies ist möglicherweise nur der Anfang. Genügend Interesse und finanzielle Beteiligung vorausgesetzt, kann man sich auch in Leimen viel vorstellen. PV-Anlagen sind hier vielleicht nur ein kleiner Anfang auf dem Weg zu einer energieautarken Kommune. Dies ist nicht nur ökologisch ein erstrebenswertes Ziel. Auch ökonomisch macht es Sinn. Das Stichwort ist hier die regionale und lokale Wertschöpfung. Millionen Euro, die Privathaushalte, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen heute an Energiekosten zahlen, gehen an große Konzerne im In- und Ausland. Das wenigste bleibt hier in der Region. Bei der dezentralen Energieerzeugung vor Ort bleibt ein Großteil hier und unterstützt die Region mit Arbeitsplätzen und Kaufkraft.

 

Auch dazu kann die Bürgerenergiegenossenschaft ihren Beitrag leisten.

Informieren Sie sich, steigen Sie ein.