Bildung

Schulentwicklung (Antrag)

Der Gemeinderat möge beschließen:

1.     Zur Sicherung und Weiterentwicklung der Schulstandorte in Leimen wird ein Schulentwicklungsplan erstellt. Hierzu ist auch mit den Nachbargemeinden – insbesondere mit Sandhausen und Nussloch - Kontakt aufzunehmen.

 

2.     Es ist zu prüfen, ob zum Ausbau der Geschwister-Scholl Schule zur Ganztagesschule Räumlichkeiten in der Aegidiushalle umgebaut werden können und welche Kosten hierbei entstehen würden.

 

Begründung:

 

Nach dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung und den entsprechenden Veränderungen bei den Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen, wird immer deutlicher, dass das Konzept der Werkrealschule mittelfristig nicht mehr haltbar ist. Wenn wir ein langsames Ausbluten der GSS verhindern wollen, müssen wir schnellstmöglich Konzepte entwickeln, wie es weitergehen soll. Sinnvollerweise muss hier der gesamte Schulstandort Leimen betrachtet werden und da es keine Schulbezirke mehr gibt, sollten auch die Nachbargemeinden einbezogen werden, damit hier in Kooperation agiert werden kann.

 

Gleichzeitig sollte überprüft werden, inwieweit die GSS zunächst zur Ganztagesschule entwickelt werden kann. Hierzu ist in erster Linie eine Schulmensa für Mittagessen notwendig. Dies ist unseres Erachtens in den Räumlichkeiten der Aegidiushalle, die sich um die vorhandene Küche herum gruppieren mit geringen Kosten möglich, zumal es für den Bau von Schulmensen Landeszuschüsse gibt). Sie könnten auch je nach Entwicklung des Bedarfs nach und nach der Mensa zugeschlagen werden.

 

Im beigelegen Plan sind die möglichen Räumlichkeiten mit den Ziffern I – V bezeichnet. I ist der jetzige „Essplatz“ (ca. 80 m² ohne Thekenbereich), II und III sind die südlich angrenzenden Lagerflächen (zusammen ca. 70 m²), IV ist der Seniorenraum/Bildsteinzimmer (ca 96 m²) und V ist der Innenhof (20-25 m²).

 

Ralf Frühwirt

Sandra Boser und Kai Schmidt-Eisenlohr an der GSS

Auf Einladung des Wahlkreisabgeordneten Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr hat die bildungspolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion unseren Wahlkreis besucht. Erste Station war die Geschwister Scholl Schule in Leimen.

 

Zusammen mit Rektorin und Konrektorin, einem Vertreter der Lehrerschaft, den Schulsozialarbeitern, der Elternbeiratsvorsitzenden, einer Vertreterin des Fördervereins und der ersten Bürgermeisterin wurden zunächst die drei Häuser der GSS begangen. In einem anschließenden ausführlichen Gespräch erläuterte Frau Stöckermann-Borst die Entwicklung der letzten Jahren, die mit der Zusammenführung mit der ehemaligen Hauptschule Leimen vor einer großen Herausforderung stand, die aber mittlerweile gut gemeistert ist.

 

Die nahezu 600 Schüler der 4 zügigen Grund- und 2 zügigen Werkrealschule werden von 60 MitarbeiterInnen betreut, darunter neben der Lehrerschaft auch 2 Schulsozialarbeiter und berufsbegleitende Paten.

 

Von Kai Schmidt-Eisenlohr auf einen Ganztagesschulbetrieb angesprochen, beschrieb die Rektorin die gerade erfolgte Teilsanierung, und dass an eine Ganztagesschule, die ja eine Mensa voraussetzt wohl erst bei der nächsten Sanierungsstufe zu denken sei, obwohl es längst Pläne dafür gebe.

 

Sandra Boser erläuterte die Pläne der Landesregierung zur Gemeinschaftsschule, die als gebundene Ganztagesschule geplant ist. Hier sollten sich alle Schulstandorte Gedanken darüber machen ob sie ihre derzeitigen Schulen Richtung Gemeinschaftsschule weiter entwickeln wollen.

 

Kai Schmidt-Eisenlohr ergänzte, dass die gegenwärtige Entwicklung der Schullandschaft durch die Notwendigkeit gegeben ist, auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren. Weniger Schüler, mit größeren Unterschieden und manchmal erheblichen Defiziten sollen zu einem möglichst guten Schulabschluss gebrachte werden. Dies leistet ein Schulsystem nicht, das früh selektiert, und zwar mehr nach sozialer Schicht, als irgendwo sonst in den entwickelten Ländern.

 

Auf die Frage, ob denn künftig, bei einer anderen Regierung, die gegenwärtigen Entwicklungen wieder zurück genommen werden, zeigte sich Sandra Boser überzeugt: „Da geht nichts mehr zurück.“ Als Grund dafür nannte sie, dass die Einführung der Gemeinschaftsschule keine Grün-rote Idee ist, die dem System übergestülpt wurde, sondern, dass man hier auf einen Wunsch reagiert hat, der von vielen Praktikern an Schulen schon lange geäußert, aber bisher immer ausgebremst wurde. Diese Praxis ist nur zu Ende.

 

rf